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Root number
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512564 |
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Semester
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FS2026 |
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Type of course
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Seminar |
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Allocation to subject
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Theology |
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Type of exam
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Oral exam |
| Title |
Liturgy and Gender in ecumenical perspective |
| Description |
«Wenn Gott männlich ist, muss das Männliche Gott sein» (Mary Daly). Spätestens seit den 1960er Jahren standen männlich geprägte liturgische Gottessprache und gottesdienstliche Feierformen in der öffentlichen Kritik – vor allem seitens der Frauenbewegung und der feministischen Theologie. In vielen Kirchen und religiösen Traditionen ist seither einerseits das Bewusstsein für inklusive Sprache und gendersensible Gottesdienstgestaltung kontinuierlich gewachsen. In den letzten Jahren schärft die Diskussion über (sexuellen und geistlichen) Missbrauch jedoch andererseits die Wahrnehmung, dass Ausübung von ‘heiliger Herrschaft’ und Klerikalismus langlebig sind – in allen Kirchen. Dies gilt auch im Bereich von Gottesdienst und Liturgie.
Die Analyse und Kritik patriarchaler und androzentrischer Gesellschafts- und Geschlechterordnungen haben sich inzwischen kontinuierlich weiterentwickelt. Dies gilt im Hinblick auf die Methodenvielfalt und die Theorieansätze. In jüngerer Zeit kamen zu den feministischen Ansätzen kritische Männerforschung und Gender Studien sowie queer-theoretische Ansätze hinzu, in denen u.a. die Vielfalt und Fluidität von Geschlecht reflektiert wird. Gendertheorien und ihre Diskussion haben inzwischen in alle theologischen Disziplinen Eingang gefunden, auch in die Liturgiewissenschaft bzw. Liturgik. Hier richten sich neuere Forschungen auf Themen wie die Ausübung von Macht, aber auch auf die Konstruktion geschlechtlicher Identitäten. Dabei kommen konkret auch Gebete und Gesänge, gelesene (Bibel-)Texte und deren Auslegung, liturgische Rollen und Gewänder mit der Frage in den Blick, in welcher Weise sie erneut Geschlechterordnungen und -rollen privilegieren, normieren oder irritieren, die «für immer und ewig» zu bestehen schienen. Schliesslich haben im Hinblick auf gottesdienstliche Feierformen feministische und queere Liturg:innen in vielen Ländern an der Basis neue Praktiken entwickelt, und so dazu beigetragen, dass diese auch in wissenschaftliche Diskurse integriert wurden.
Für unser Seminar tut sich also ein weites thematisches Feld auf. Wir befassen uns mit der wechselvollen Geschichte und Gestaltung des Verhältnisses von Liturgie und Gender, und tun dies in ökumenischer Perspektive. Wir werden liturgiewissenschaftliche und gendertheoretische Beiträge aus unterschiedlichen Zeiten, Konfessionskulturen, Generationen und Weltgegenden diskutieren und immer wieder auch konkrete Gottesdienste, liturgische Formulare, Gebete und Lieder analysieren.
Literatur zur Vorbereitung
Teresa Berger, Gender differences and the making of liturgical history: lifting a veil on liturgy’s past, Farnham 2011.
David Plüss und Heike Walz, Theologie und Geschlecht. Dialoge querbeet, Zürich 2008.
Susan K. Roll et al. (Hg.), Ritual und Liturgie von Frauen, Peeters: Leuven 2001.
Saskia Wendel, Leiturgia. Grundvollzug verkörperter Glaubenspraxis, in: Theologie der Gegenwart 63 (2020), 33-44.
Weitere Literatur wird am Anfang des Semesters bekannt |
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ILIAS-Link (Learning resource for course)
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Registrations are transmitted from CTS to ILIAS (no admission in ILIAS possible).
ILIAS
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Link to another web site
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| Lecturers |
Prof. Dr.
Angela Berlis, Institute of Old Catholic Theology - Church History and Historical Theology, Liturgical Studies ✉
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Dr.
Katrin Dorothea Kusmierz, Institute of Practical Theology - Homiletics, Liturgics and Ecclesiology ✉
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Prof. Dr.
David Plüss, Institute of Practical Theology - Homiletics, Liturgics and Ecclesiology ✉
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ECTS
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4 |
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Recognition as optional course possible
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Yes |
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Grading
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1 to 6 |
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| Dates |
Tuesday 14:15-16:00 Weekly
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| Rooms |
Seminarraum F -102, Hörraumgebäude Unitobler
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| Students please consult the detailed view for complete information on dates, rooms and planned podcasts. |