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Vor 150 Jahren, im September 1876, wurde Eduard Herzog zum ersten Bischof der Christkatholischen Kirche der Schweiz geweiht. Er hat in seiner 48jährigen Amtszeit jährlich einen Hirtenbrief verfasst. Darin griff er aktuelle Fragen auf wie die religionspolitischen Auseinandersetzungen des Kulturkampfs, die Gründung der Utrechter Union (1889) oder die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs in der Schweiz; zugleich ging Bischof Herzog regelmäßig auch auf grundlegende spirituell-theologische Fragen ein, wie etwa das Verständnis der Eucharistie oder das Gebetsleben ein.
Das Seminar nimmt die Hirtenbriefe als Ausgangspunkt, um über die vermittelten theologischen Inhalte (theologische und ökumenische Fragen, Stellungnahmen zu Zeitfragen, pastorale Themen), aber auch über die Gattung des Hirtenbriefs als kirchliches Medium der Kommunikation miteinander ins Gespräch zu kommen.
Literatur:
- Angela Berlis, Ökumenische Bestrebungen von Bischof Eduard Herzog (1841-1924), in: Wolfgang W. Müller / Frank Wagner (Hg.), Ökumene in säkularer Gesellschaft, Zürich (TVZ) 2022, 123-142.
- Angela Berlis, Brüder im Bischofsamt – Freunde fürs Leben. Joseph Hubert Reinkens (1821-1896) und Eduard Herzog (1841-1924), in: IKZ 101 (2011), 176-200
- Eduard Herzog, Hirtenbriefe, 1876-19234 (Die Hirtenbriefe werden derzeit transkribiert und für eine Edition vorbereitet. Sie werden über Ilias zur Verfügung gestellt).
- Harald Lang, Textsorte Hirtenbrief. Linguistische Untersuchungen zur Pragmatik der bischöflichen Schreiben, Freiburg im Breisgau 1978
- Wilhelm M. Gessel, Fastenbriefe, in: Religion in Geschichte und Gegenwart Online (https://doi.org/10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_07477)
- Stephan Haering, Hirtenbriefe, in: Religion in Geschichte und Gegenwart Online (https://doi.org/10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_09908)
- Heinz-Günther Schöttler, Hirtenbrief, in: Walter Kasper (Hg.), Lexikon für Theologie und Kirche (Freiburg im Breisgau 1996), Bd. 5, 160f. |