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Wenn Christus der neue Adam ist, wer ist die neue Eva? In welchem Sinne kann Maria, die Mutter Jesu Christi, als die neue Eva beschrieben werden und warum kann sie nicht nur als Symbol oder Model des christlichen Lebens, sondern sogar als Typos (sogar Archetyp) der Kirche betrachtet werden? Und wie kann man Begriffe wie «Bild», «Vorbild», oder «Archetyp» in der Beziehung zwischen Maria und der Kirche Christi verwenden?
Die Übung untersucht die Perspektiven, die die exemplarische Rolle und den typologische Wert der Gottesgebärerin für die Kirche unterstreichen. Sie verbindet somit die Mariologie, die selbst aus der Christologie stammt und mit ihr vereinigt bleibt, mit der Ekklesiologie. Ausgehend von orthodoxen und alt-katholischen bzw. chrict-katholischen dogmatischen Darstellungen, wenden wir uns auch zu einem Vergleich mit der römisch-katholischen Mariologie und eröffnen die Diskussion zur Rolle Marias in anderen Konfessionen und in ökumenischen Dokumenten. Laut der Folgen der hypostatischen Union der zwei Naturen in Christus, ist die Jungfrau Maria die Gottesgebärerin. Im Licht dieser christologischen Begründung ist nicht nur ihre Beziehung mit Jesus Christus zu bestimmen, sondern auch ihre perfekte Gemeinschaft mit den Personen der Trinität, ihre Beziehung mit den Heiligen, mit den Engel-Hierarchien, und mit allen Menschen zu sehen. Anhand von zeitgenössischen theologischen Texten folgen wir wie die Gottesgebärerin zu einem Bild der tiefsten Liebesgemeinschaft und zu einer beseelten Kirche wird, in deren die Trinität ruht. Dabei wird methodologisch und inhaltlich das Potenzial des typologischen Denkens untersucht; gleichzeitig werden die Grenzen und Herausforderungen der Typologie Eva-Maria-Kirche für die heutigen theologischen Debatten problematisiert.
Literatur zur Vorbereitung:
• Behr, John, The mystery of Christ: life in death. Crestwood, N.Y. : St. Vladimir's Seminary Press, 2006, ch. 4. “The Virgin Mother”: 115-140.
• Berlis, Angela, „Maria in altkatholischer Sicht“, IKZ 99 (2009) 33-66.
• Felmy, Karl Christian, Die orthodoxe Theologie der Gegenwart. Eine Einführung, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1990; „Mariologie als Theotokologie“: 83-105.
• Esser, Günter, „Zur Geschichte der Marienverehrung: ein Überblick“, IKZ 99 (2009) 4-32.
Eine ausführliche Literaturliste wird in der ersten Sitzung zur Verfügung gestellt. |