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Root number
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515781 |
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Semester
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FS2026 |
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Type of course
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Seminar |
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Allocation to subject
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Theology |
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Type of exam
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Presentation |
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Who is a Jew? |
| Description |
Traditioneller Weise wird die Zugehörigkeit zum Judentum durch die Abstammung von einer jüdischen Mutter weitergegeben. Ein religionsgesetzlich (halachisch) konformer Übertritt zum Judentum erfolgt bei einem Rabbinatsgericht (Beth Din).
Bis Ende des 18.Jahrhundert lebten die jüdischen Gemeinschaften als diskriminierte Minderheiten am Rande der christlichen und muslimischen Gesellschaften. Ehen zwischen Juden und Nichtjuden waren verboten. Juden und Jüdinnen mussten ihre Gemeinschaft verlassen und konvertieren, wenn sie ausserhalb jüdischen Religionsgemeinschaft heiraten wollten.
Mit dem Durchbruch der Aufklärung in der französischen Revolution von 1789, die eine naturrechtliche Gleichheit aller Menschen postulierte und mit der darauffolgenden Emanzipation der Juden, wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts auch aus Juden und Jüdinnen individuelle Staatsbürger in fast allen europäischen Ländern. Die religiöse Zugehörigkeit wurde zur privaten Angelegenheit und mit der Einführung der Zivilehe wurden auch Ehen zwischen und Nichtjuden möglich. Gemischt-religiöse Familien blieben aber bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts die grosse Ausnahme.
Zu Beginn de 21. Jahrhunderts heiratet jedoch in der Diaspora rund die Hälfte der Jüdinnen und Juden nicht-jüdische Partner. Dies stellt sowohl für die jüdischen Gemeinschaften als auch für die einzelnen Jüdinnen und Juden eine grosse Herausforderung dar, wenn sie sich der Frage der eigenen Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft und besonders derjenigen ihrer Kinder stellen müssen.
Während die sogenannte „Orthodoxie“ meist mit Ausgrenzung der „Mischehen“-Familien reagiert, bemühen sich nicht-orthodoxe Glaubensrichtungen des Judentums um eine Integration interreligiöser Partnerschaften und um eine Aufnahme vaterjüdischer Kinder ins Judentum.
In der Diaspora engagieren sich nicht-orthodoxe Glaubensrichtungen dafür, eine Vielfalt jüdischer Identitäten integrieren zu können und heissen auch feministische und queere Jüdinnen und Juden als Teil der Gemeinschaft willkommen. Demgegenüber steht ein zunehmend fundamentalistisches Oberrabbinat in Israel, das auf Grund einer fehlenden Trennung von Religion und Staat seine rigiden Kriterien der Zugehörigkeit zum Judentum allgemein verbindlich durchzusetzen sucht. Diese Diskrepanz führt weltweit zu heftigen Kontroversen innerhalb den verschiedenen religiösen Strömungen des Judentums. |
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ILIAS-Link (Learning resource for course)
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Registrations are transmitted from CTS to ILIAS (no admission in ILIAS possible).
ILIAS
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Link to another web site
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| Lecturers |
Dr.
Daniel Gerson, Institute of Jewish Studies ✉
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ECTS
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4 |
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Recognition as optional course possible
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Yes |
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Grading
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1 to 6 |
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| Dates |
Wednesday 16:15-18:00 Weekly
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| Rooms |
Seminarraum F -102, Hörraumgebäude Unitobler
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| Students please consult the detailed view for complete information on dates, rooms and planned podcasts. |