| Description |
Wie und wann wird Musiktheater politisch? In diesem Seminar setzen wir uns mit unterschiedlichen Verständnissen des Verhältnisses von Oper, Musiktheater und Politik auseinander und fragen nach den ästhetischen, institutionellen und gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen Aufführungen als politisch wirken können. Gemeinsam lesen und diskutieren wir zentrale Texte zur Theorie und Geschichte des Musiktheaters und wenden diese auf vielfältige Fallbeispiele an. Die Bandbreite möglicher Themen reicht von höfischer Repräsentation, über gesellschaftliche Debatten zu Identität, Teilhabe, Migration, Meinungsfreiheit oder Genderbased Violence bis hin zu Formen musikalischen Protests und partizipativen, inklusiven Theaterprojekten. Die Auswahl der Aspekte und Beispiele wird im Seminar in enger Abstimmung mit den Interessen der Studierenden erfolgen, die eingeladen sind, eigene Schwerpunkte zu entwickeln und das Seminar sowohl inhaltlich als auch praktisch mitzugestalten. So erkunden wir gemeinsam, was eine Musiktheateraufführung politisch macht und welche Wege zu ihrer Gestaltung offenstehen.
Literaturliste:
Hartung, Ulrike. 2020. Postdramatisches Musiktheater. Würzburg: Königshausen & Neumann.
Lehmann, Hans-Thies. 2002. “Wie politisch ist postdramatisches Theater? Warum das Politische im Theater nur die Unterbrechung des Politischen sein kann.” In Das politische Schreiben: Essays zu Theatertexten; Sophokles, Shakespeare, Kleist, Büchner, Jahnn, Bataille, Brecht, Benjamin, Müller, Schleef, herausgegeben von Hans-Thies Lehmann, 11–21. Berlin: Theater der Zeit.
Wihstutz, Benjamin. 2022. “Kippmomente: Über Aktivismus, Theater und Politik.” In Ästhetiken der Intervention: Ein- und Übergriffe im Regime des Theaters, herausgegeben von Ulf Otto und Johanna Zorn, 158–179. Berlin: Theater der Zeit. |