Description |
Dada sei «das Energiefeld, in dem die Performance entstand, die Collage, der freie Tanz». Was Una Szeemann dieser Bewegung zu deren 100jährigem Gründungsjubiläum, 2016, zuschreibt, mag etwas hoch gegriffen sein. Sicher ist, dass vom Dadaismus wichtige, nachhaltige künstlerische Impulse ausgingen. In einer Zeit (während und zwischen zwei Weltkriegen), in der sich Ideale und Gewissheiten pulverisierten, machte sich ein Kreis subversiver Literat:innen, Performer:innen, Tänzer:innen und bildender Künstler:innen an die vorsätzliche Sprengung von Konventionen, Normen und (Sparten-)Grenzen, auf dass in satirischer Überspitzung, im mutwilligen Nonsens etwas Neues, Provokatives, aber eben auch dem Zeitgeist angemessen Widerständiges entstehe. Zunächst von Zürich aus, dann in verschiedenen Städten Deutschlands und anderer Länder entstanden Manifeste, Gedichte, Skulpturen, Bilder, Masken und Marionetten, wurden Aktionen durch- und Performances sowie Tänze aufgeführt. Bis heute fasziniert die Dada-Bewegung Künstler:innen ebenso wie Wissenschaftler:innen.
Im Seminar soll einerseits der historischen Dada-Bewegung (mit Fokus insbesondere auf ‹Bewegung›), deren vielgestaltigen Ausdrucksweisen und Erzeugnissen nachgegangen werden. Andererseits wird auch ihre Wirkung bis in die Gegenwart in den Blick genommen: Wir fragen nach der Aktualität im Kontext neuerlicher Krisen und Kriege, aber auch nach Aspekten, die es aus heutiger Sicht zu problematisieren gilt, nach dem Potential und einem möglicherweise diverseren Blick auf Dada heute. |