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Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, gilt das Drama als höchste Kunstform, die Komödie dagegen als oberflächlich und minderwertig. In Deutschland versuchten im 18. Jahrhundert sogar um den guten Ruf des Faches besorgte TheaterdirektorIen die Figur des Harlekins gänzlich aus der Bühne zu verbannen. Theater und auch Musiktheater sollte staatstragende, überlebensgrosse Persönlichkeiten bei weltbewegenden Aktionen darstellen. Aber die komische Figur und das Komödienhafte bewiesen erstaunliche Zähigkeit. Unter verschiedenen Gattungsbezeichnungen und mit unterschiedlichen literarischen Vorbildern blühten komische musiktheatralische Genres in der jeweiligen Volkssprache in Opern- und Theaterhäusern, Marionetten- und, Schultheatern, Bretter- und Quacksalberbühnen überall in Europa und darüber hinaus.
Von der Opera buffa in Italien, über die Tonadilla escénica in Spanien, die Opéra comique in Frankreich, die Ballad opera in England oder das Singspiel im deutschsprachigen Raum: das Publikum verlangte komische Werke, die häufig politische und soziale Missstände, gesellschaftliche Konventionen, technische Neuerungen oder psychologische Experimente ironisch, wenn nicht gar satirisch und stets treffsicher auf’s Korn nahmen. Das Stehgreiftheater kam dabei nicht zu kurz, denn jede Aufführung reagierte auf das Tagesgeschehen, so dass die DirektorInnen und SchauspielerInnen ihre Beobachtungsgabe der Realität und ihr komisches Talent unter Beweis stellen konnten. Und auch ausserhalbe von Europa kannte man komisches Theater mit musikalischen Elementen.
Wir lassen die komischen Gattungen des Musiktheaters zwischen ca. 1730 und 1850 Revue passieren, und fragen nach den dramaturgischen und kompositorischen Strategien, die Komponierende nutzten, um dem Publikum ein Schmunzeln, ein Lächeln, ein Lachen oder ein Schenkelklopfen zu entlocken. Dafür müssen wir aber zu Beginn klären, was Komik überhaupt ist.
Kenntnisse in Italiensich, Englisch, Französisch und Spanisch sind von Vorteil aber nicht Voraussetzung. |